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Was sind eigentlich Gewohnheiten? Um Gewohnheiten zu ändern, musst du DAS wissen!

Wenn wir unser Verhalten ändern wollen, müssen wir wissen, was denn überhaupt ein Verhalten oder eine Gewohnheit ist. Auch müssen wir verstehen, wie sie entstehen und welche Merkmale sie aufweisen. Wir müssen ein Experte auf diesem Gebiet werden, damit wir möglichst effizient unsere Gewohnheiten ändern, neue Verhaltensmuster etablieren oder alte Verhaltensweisen aufbrechen können.

Definition: „Gewohnheit“

Gewohnheiten ändern können wir nur, wenn wir verstehen, was sie eigentlich sind und wie sie funktionieren. Gewohnheiten sind Verhaltensweisen, die sich durch Regelmässigkeit auszeichnen. Es sind immer wiederkehrende Verhaltensmuster, die durch häufige Wiederholung erworben werden und oft unbewusst ablaufen.

Merkmale von Gewohnheiten

Hier einige der wichtigsten Merkmale von Gewohnheiten und Verhaltensmustern:

  1. Sie sind automatische Reaktionen (es braucht kein zusätzliches Denken) auf einen Reiz.
  2. Sie werden durch wiederholtes Ausführen erlernt.
  3. Sie bestimmen zu einem grossen Teil die Gedanken und Gefühle einer Person.

Daraus können wir schliessen, dass Gewohnheiten unseren Charakter, unsere Gedanken und Gefühle und unsere „gewöhnlichen“ Verhaltensweisen ausmachen. Gewohnheiten passieren zu einem Grossteil unbeabsichtigt und fallen uns durch häufiges Wiederholen immer einfacher.

Gewohnheiten ändern, indem wir sie richtig verstehen

Eine Gewohnheit kann als Bindeglied zwischen einem Stimulus (Reiz) und einer Reaktion verstanden werden. Sie dient als mentale Verbindung zwischen einem Triggergedanken oder Ereignis (Reiz) und unserer Reaktion auf diesen Auslöser (Antwort). Wenn wiederholt dieselbe Verbindung angesprochen wird, sprechen wir von einer Gewohnheit. Diese beeinflusst alle nachfolgenden Entscheidungen und Handlungen. Mit der Zeit wird für denselben Reiz fast ausschliesslich dieselbe Verbindung gewählt, es sei denn, wir ergreifen bewusste Massnahmen dagegen.

Zum Beispiel könnte Stress ein Auslöser für übermässiges Essen sein. Der Stress kann physisch, emotional oder mental bedingt sein und beispielsweise durch eine eingeschränkte Ernährung, Müdigkeit, Streit, einen schlechten Tag bei der Arbeit oder sogar negatives Denken ausgelöst werden. Ein erlernter Umgang mit diesem Stress kann beispielsweise Essen sein. Im Laufe der Zeit kann diese Assoziation so stark werden, dass es zur automatischen oder gewohnheitsmässigen Reaktion wird, bei Stress zu essen. In der Psychologie wird dies als klassische Konditionierung bezeichnet. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Pawlowsche Hund. In Pawlows Experimenten ertönte bei der Fütterung der Hunde ein Ton. So haben die Hunde den Ton und das Essen unterbewusst miteinander verbunden, wodurch beim alleinigen Erklingen des Tones, der Speichel der Hunde zu fliessen begann, unabhängig davon, ob es etwas zu essen gab oder nicht.

Um Verhalten oder Gewohnheiten zu ändern, müssen wir die Bindung zwischen dem Reiz und der Reaktion schwächen, sodass sie schliesslich „gelöscht“ wird. Daraus entsteht der Fachbegriff „Löschung“ in diesem Zusammenhang.

Wie Gewohnheiten geformt werden

Zu wissen, wie Gewohnheiten gebildet werden, gibt uns die Möglichkeit, schlechte Gewohnheiten zu ändern und neue, gute Gewohnheiten zu schaffen. Zudem können wir in Zukunft VERMEIDEN, schlechte Gewohnheiten überhaupt erst zu entwickeln.

Im Wesentlichen werden Gewohnheiten durch häufige Wiederholung und Verstärkung entwickelt und sind Verbindungen zwischen einem Reiz und einer Reaktion. Die meisten unserer Gewohnheiten wurden während unserer prägenden Jahre gebildet und von unseren Eltern an uns weitergegeben. Wie viele andere Verhaltensweisen haben wir diese aus Beobachtung und Nachahmung gelernt. Teilweise können sie auch auf unsere Persönlichkeit, Erfahrung und Bildung zurückgeführt werden.

Um Verhaltensweisen auszuführen, sendet unser Gehirn Nachrichten durch die Nervenleitbahnen an unseren Körper. Diese werden durch häufig wiederholte Gedanken oder Handlungen erzeugt. Je häufiger die Wiederholung auftritt, desto stärker und breiter werden diese Bahnen. Die ständige Wiederholung verringert den biochemischen Widerstand gegen den Gedanken oder die Aktion, wodurch wir bestimmte Gedanken und Handlungen fast unbewusst durchführen können.

Unser Gehirn ist dafür geschaffen, Muster zu erkennen und zu erstellen. Gewohnheiten sind solche Muster. Nervenleitbahnen, welche wir immer wieder ansprechen, neigen dazu, stärker und breiter zu werden. Dadurch werden sie öfter genutzt, wodurch sie noch stärker werden. Regelmässig genutzte Bahnen ummantelt unser Gehirn mit einer sogenannten Myelinscheide. Diese sorgt dafür, dass die Nervenleitbahnen noch beständiger werden. Vielleicht hast du mal die Aussagen „Er kommt auf seinem Weg nicht weiter.“ oder „Man kann einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen.“ gehört. Sie werden oft im Zusammenhang mit Personen benutzt, die ihre Art zu denken und sich zu verhalten nicht verändern möchten oder können, um sich neuen Situationen und Gegebenheiten anzupassen.

Fazit

Das sind alles starke Argumente, um unsere schlechten Gewohnheiten JETZT zu ändern, bevor unsere Nervenleitbahnen noch stärker, mit einer Myelinscheide ummantelt und somit immer schwerer änderbar werden. Sobald wir eine negative Gewohnheit oder Denkweise erkennen, die sich einschleicht, wird es Zeit, diese im Keim zu ersticken, bevor sie sich fest in uns verankert.

Das Prinzip der Gewohnheiten werden wir nie los, aber wir können es für uns nutzen und WÄHLEN, welche Gewohnheiten ein Teil unseres Leben sein sollen.

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