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Verhalten ändern: Wie mit Rückfällen umgehen?

Immer wieder versuchen wir, unser Verhalten in bestimmten Lebensbereichen zu ändern. Oft ist es dann aber so, dass wir das neue Verhalten nur einige Tage oder Wochen durchziehen können, bevor wir wieder in die alten Verhaltensmuster zurückfallen. Warum ist Verhalten ändern so schwierig? Und wie geht man am besten mit solchen Rückfällen um?

Beginnen wir doch mal mit einem Gedankenexperiment. Nehmen wir an, du bekommst vom Arzt eine schreckliche Diagnose mitgeteilt. Und wenn du nicht ab sofort täglich 30 Minuten Krafttraining machst, besteht eine 95%ige Wahrscheinlichkeit, dass du innerhalb der nächsten Monaten sterben wirst… Auch wenn dieses Gedankenexperiment etwas absurd ist, wirst du wohl mit mir einig sein, dass es in einer solchen Situation relativ einfach wäre, täglich diese 30 Minuten Krafttraining in dein Leben zu integrieren, oder? Immerhin geht es um dein Leben? Eine schlimmere Konsequenz bei einem allfälligen Rückfall kann es nicht geben …

Bei anderen Verhaltensänderung ist die Konsequenz (leider) bei Rückfällen nicht so drastisch. Zumindest sagen wir uns das häufig in jenen Momenten, wenn wir gerade daran sind, wieder in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Da nehmen wir uns beispielsweise vor, für einen Monat täglich Sport zu treiben. Am Tag X sind wir aber gemütlich auf dem Sofa und haben überhaupt keine Lust auf Sport. Und dann kommen da noch diese Gedanken, die uns dabei ermutigen auf dem Sofa zu bleiben, indem sie uns Gründe geben, weshalb es heute total in Ordnung ist, nichts zu machen…

Warum gibt es Rückfälle bei Verhaltensänderungen?

Zuerst musst du wissen, dass es total normal ist, Rückfälle zu erleiden. Sein Verhalten zu ändern, hat sehr viel mit lernen zu tun. Und welche wichtigen Sachen lernt man schon ohne Rückschläge? Wie oft bist du als Kind hingefallen, als du gerade zu Laufen gelernt hast? Also akzeptiere Rückfälle. Nur wegen eines Rückfalls darfst du auf keinen Fall deinen ursprünglichen Plan über Bord werfen. Halte an deinem Plan fest! Umlernen braucht Zeit und Geduld.

Das alte Verhalten ist oft einfach schon länger in deinem Leben als das neue. Da ist es doch irgendwie auch normal, dass dieses alte Verhalten (insbesondere in Momenten, in denen wir schwach, müde sind) sich wieder zeigt.

Wie mit Rückfällen umgehen?

Hier nun also einige wertvolle Tipps, wie du mit Rückfällen bei Verhaltensänderungen umgehen kannst.

  • Fortschritte wahrnehmen: Vergiss trotz der Rückfälle nicht, was du bereits alles geleistet hast. Konzentriere dich auf die Fortschritte, die du bisher geleistet hast. Das steigert die Motivation und die Laune.
  • Akzeptieren: Wie bereits erwähnt, solltest du akzeptieren, dass bei Verhaltensänderungen nun mal einfach zu Rückfällen kommen kann. Wie heisst es so schön: Eine Schlacht verloren, aber den Krieg gewonnen.
  • Nutze den Rückfall: Aus jedem Rückfall kannst du lernen. Wie kam es zu diesem Rückfall? Was passierte kurz vorher? Wo warst du? Was hast du gefühlt? All diese Informationen können dir helfen, um mehr über dich und dein Verhalten zu erfahren. Nutze dieses Wissen, um im Zukunft in einer ähnlichen Situation besser reagieren zu können.
  • Strategien anpassen: Da du einen Rückfall hattest, gibt es in deinem Verhaltensänderungs-Plan noch Optimierungsmöglichkeiten. Suche sie. Musst du deine Ziele klarer formulieren? Musst du an der innere Kommunikation arbeiten? Bilde dich weiter! Suche noch bessere Strategien. Hier findest du vielleicht noch einige Tipps, die dir weiterhelfen.

Fazit

Wenn du Verhaltensmuster ändern möchtest, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass du Rückfälle erleben wirst. Akzeptiere sie. ABER: Nur aktzeptieren bringt dich nicht weiter. Nutze sie auch, um dich noch besser kennenzulernen und um noch bessere Strategien zu finden.

Am besten bringt es wohl Glühbirnen-Erfinder Thomas Edison auf den Punkt:

Nach 1000 erfolglosen Versuchen eine marktreife Glühbirne zu entwickeln, sagte Edison: „Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.“

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